Blog über Essen, Diäten und Essen im Alltag

12. September 2026
Abnehmen ohne Kalorien zählen – warum ich bewusst einen anderen Weg gehe
DU HAST SCHON VIELES AUSPROBIERT: DIÄTEN, KALORIEN, APPS. MANCHMAL HAT ES FUNKTIONIERT – UND TROTZDEM BIST DU IRGENDWANN WIEDER DA GELANDET, WO DU SCHON EINMAL WARST. WAS, WENN ES NICHT DARUM GEHT, NOCH BESSER ZU KONTROLLIEREN – SONDERN WIEDER ZU SPÜREN, WAS DEIN KÖRPER BRAUCHT? WIR SCHAUEN UNS EINEN ANDEREN WEG AN.
„Ich habe schon so viel ausprobiert.“
Diesen Satz höre ich in meiner Ernährungsberatung immer wieder.
So ging es auch meiner Klientin Stefanie (Name geändert). Das Thema Gewicht begleitete sie schon seit ihrer Kindheit. Sie hatte Diäten gemacht, Kalorien gezählt, abgenommen – und wieder zugenommen.
Mit über 50 stellte sie fest: Trotz all ihrer Bemühungen hatte sie keinen Weg gefunden, ihr Wohlfühlgewicht dauerhaft zu erreichen und zu halten.
Vielleicht kennst du das.
Vielleicht kannst du Kalorien inzwischen ziemlich gut einschätzen.
Vielleicht hat dir das sogar schon einmal beim Abnehmen geholfen.
Aber möchtest du dein Leben lang Lebensmittel wiegen und Kalorien in eine App eingeben?
Musst du nicht.
Kann man ohne Kalorien zählen überhaupt abnehmen?
Ja.
Natürlich spielt die Energiebilanz beim Abnehmen eine Rolle: Nimmst du über längere Zeit weniger Energie auf, als dein Körper verbraucht, kann dein Gewicht sinken.
Aber dafür musst du nicht jede einzelne Kalorie kennen.
Ich arbeite seit vielen Jahren in der individuellen Ernährungsberatung und in Abnehmkursen nach diesem Prinzip. Denn wir können die Energiebilanz auch über die Auswahl und Zusammensetzung unserer Lebensmittel, passende Portionsgrößen, Sättigung und Bewegung beeinflussen.
Warum ich nicht auf Kalorienzählen setze
Natürlich kann man mit Kalorienzählen abnehmen.
Aber nur weil etwas funktioniert, ist es für mich noch lange nicht der beste Weg.
Denn was lernst du eigentlich, wenn du Kalorien zählst?
Du lernst, Lebensmittel nach ihrer Kalorienzahl zu bewerten. Du weißt, wie viele Kalorien dein Frühstück hat und wann dein Tagesbudget aufgebraucht ist.
Und was lernst du vor allem?
Kalorien zählen.
Aber lernst du dadurch auch, welche Lebensmittel deinen Körper gut versorgen?
Wie du Mahlzeiten zusammenstellst, die lange satt machen? Welche Portionsgrößen zu dir passen?
Oder wie du Hunger und Sättigung besser wahrnimmst?
Genau diese Fähigkeiten sind für mich entscheidend, wenn du dein Gewicht nicht nur reduzieren, sondern langfristig halten möchtest.
Denn was passiert, wenn du irgendwann aufhörst zu zählen?
Mein Ziel ist nicht, dass du dein Essen immer besser kontrollierst. Mein Ziel ist, dass du lernst, dich auch ohne diese Kontrolle gut zu ernähren.
Was braucht es stattdessen?
Nachhaltiges Abnehmen bedeutet für mich nicht, möglichst wenig zu essen. Es bedeutet, so zu essen, dass dein Körper gut versorgt wird und du gleichzeitig eine passende Energiemenge aufnimmst.
Dafür sind vier Dinge besonders wichtig:
1. Lebensmittel, die satt machen und gut versorgen
Kalorien sagen wenig darüber aus, wie gut ein Lebensmittel sättigt oder welche Nährstoffe es liefert.
Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Kartoffeln bringen beispielsweise viel Volumen, Wasser und/oder Ballaststoffe mit. Eiweißreiche Lebensmittel tragen ebenfalls zu einer guten Sättigung bei.
So kannst du Mahlzeiten zusammenstellen, die dich gut versorgen und lange satt halten, ohne ständig Kalorien auszurechnen.
Die bessere Frage lautet deshalb nicht:
Wie viele Kalorien hat das?
Sondern:
Was bekommt mein Körper durch dieses Lebensmittel?
2. Möglichst natürliche und antientzündliche Lebensmittel
Ich empfehle eine Ernährung, die überwiegend aus möglichst wenig verarbeiteten Lebensmitteln besteht.
Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen liefern Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.
Eine solche pflanzenbetonte Ernährung ist gleichzeitig eine wichtige Grundlage einer antientzündlichen Ernährungsweise.
Sie kann dazu beitragen, gute Voraussetzungen für einen gesunden Stoffwechsel zu schaffen.
Es geht also nicht darum, möglichst kalorienarm zu essen.
Es geht darum, deinen Körper nährstoffreich und gut zu versorgen.
3. Orientierung bei den Mengen – ohne Küchenwaage
Abnehmen ohne Kalorien zählen bedeutet nicht, dass Mengen keine Rolle spielen.
Natürlich können wir auch von hochwertigen Lebensmitteln mehr Energie aufnehmen, als unser Körper benötigt.
Deshalb braucht es Orientierung.
Ich arbeite beispielsweise gerne mit der Ernährungspyramide und Portionsgrößen nach dem Handmaß. Sie helfen dabei, passende Mengen einzuschätzen, ohne Lebensmittel abzuwiegen und Kalorien zu berechnen.
Mit der Zeit entwickelt sich dadurch etwas, das langfristig viel hilfreicher ist:
ein Gefühl für passende Mengen, Hunger und Sättigung.
4. Ein Lebensstil, der dich unterstützt
Nicht nur einzelne Lebensmittel entscheiden darüber, ob eine Gewichtsabnahme langfristig gelingt.
Auch dein Essensrhythmus spielt eine Rolle. Wer tagsüber zu wenig isst und abends mit großem Hunger nach Hause kommt, macht es sich unnötig schwer.
Ebenso gehört Bewegung dazu. Besonders der Erhalt und Aufbau von Muskulatur ist während einer Gewichtsabnahme wichtig. Aber auch Alltagsbewegung wie Spazierengehen, Fahrradfahren oder Treppensteigen zählt.
Es geht nicht darum, gegessene Kalorien wieder „abzutrainieren“.
Es geht darum, Gewohnheiten zu entwickeln, die deinen Körper und dein Ziel dauerhaft unterstützen.
Abnehmen ohne Kalorien zählen heißt nicht Abnehmen ohne Orientierung
Genau das ist für mich der entscheidende Unterschied.
Wir ignorieren die Energiebilanz nicht. Aber wir müssen sie nicht ständig berechnen.
Stattdessen lernst du, welche Lebensmittel dich gut versorgen und satt machen, welche Mengen zu dir passen und wie eine Ernährung aussehen kann, die du gerne lebst.
Denn eine Ernährungsweise, die du nur mit viel Kontrolle und Disziplin aufrechterhalten kannst, ist für mich keine gute langfristige Lösung.
Eine Diät musst du durchhalten. Gute Gewohnheiten tragen dich.
Mein Ziel ist nicht, dass du dein Leben lang besonders gut Kalorien zählen kannst.
Mein Ziel ist, dass du irgendwann weißt, was dein Körper braucht – ohne dafür ständig rechnen zu müssen.
Du möchtest abnehmen, ohne Kalorien zu zählen oder die nächste Diät zu beginnen? In meiner Ernährungsberatung entwickeln wir gemeinsam einen Weg, der zu deinem Körper, deinem Alltag und deinem Leben passt.

4. April 2026
Du bist nicht undiszipliniert. Der innere Schweinehund ist nicht dein Problem.
VIELLEICHT KENNST DU DAS GEFÜHL: DU WEISST EIGENTLICH, WAS ZU TUN WÄRE – UND TROTZDEM PASSIERT ES WIEDER NICHT. KEIN DURCHHALTEN, KEIN DRANBLEIBEN. ABER WAS, WENN DER INNERE SCHWEINEHUND GAR NICHT EXISTIERT – UND DIE EIGENTLICHE URSACHE VIEL TIEFER LIEGT? WIR MACHEN EINE REISE.
„Ich weiß ja eigentlich, wie es geht… aber mein innerer Schweinehund…“
Diesen Satz höre ich in meinen Beratungen immer wieder.
Viele Menschen wünschen sich nichts sehnlicher, als endlich abzunehmen und sich wieder wohl in ihrem Körper zu fühlen.
Und doch kommen sie einfach nicht in die Umsetzung.
„Mich frustriert mein Bauch, den ich schon als junge Frau hatte“, sagte eine Klientin zu mir, als ich sie fragte, was der Auslöser dafür war, zu mir zu kommen.
Solche oder ähnliche Sätze begegnen mir oft.
Im Laufe unseres Gesprächs konnten wir gut herausarbeiten, wo die Ursachen für ihr Essverhalten liegen.
Und dann fiel er wieder, dieser Satz:
„Das liegt wohl an meinem inneren Schweinehund.“
Meine Überzeugung ist:
Es gibt gar keinen ominösen inneren Schweinehund.
Die Ursachen für Essverhalten sind oft viel älter.
Alte Verletzungen, Bewertungen, Erlerntes.
Daraus entstehen Muster.
Immer gleiche Gedanken, immer gleiche Gefühle – und daraus folgen immer wieder die gleichen Verhaltensweisen.
Genau dort darf Veränderung beginnen.
Schritt für Schritt gehen wir das an.
Wir räumen sozusagen innerlich auf, damit äußerlich etwas Neues entstehen kann.
Ich sage immer: Es ist wie eine Reise.
Am Anfang überlegst du dir, wohin deine Reise gehen soll, und verbindest dich mit deinem Ziel.
Dann schauen wir gemeinsam in die tiefsten Winkel deines Kleiderschranks:
-
Was brauchst du auf deinem Weg wirklich?
-
Was ist hilfreich?
-
Was darf bleiben?
-
Und was kann gehen?
Vielleicht darf auch manches neu dazukommen.
Genau zu diesen Themen entwickle ich gerade ein neues Gruppenprogramm.
Eine gemeinsame Reise – alltagstauglich, Schritt für Schritt und mit Blick auf das, was wirklich hinter deinem Essverhalten steckt.
Wenn du spürst, dass du nicht einfach mehr Disziplin brauchst, sondern einen anderen Weg, begleite ich dich gern auf dieser Reise.
12. Januar 2026
Unregelmäßiges Essen – warum es deinen Körper stresst und wie regelmäßige Mahlzeiten dich stabilisieren
VIELE MENSCHEN ESSEN UNREGELMÄSSIG, WEIL SIE ES NICHT ANDERS KENNEN – WEIL DER ALLTAG VOLL IST, ANDERE PRIORITÄTEN LAUTER SIND ODER WEIL SIE GLAUBEN, DASS WENIGER ESSEN AUTOMATISCH BEIM ABNEHMEN HILFT.
Vielleicht kennst du das:
Du kümmerst dich um alles und alle – und Essen passiert irgendwo nebenbei. Mal hier ein Kaffee, mal dort ein Brot, mal gar nichts.
Bis der Abend kommt. Und plötzlich ist da ein Hunger, der stärker ist als all deine Vorsätze.
Viele denken in diesem Moment: „Warum habe ich keinen Willen?“ – aber Willenskraft ist nicht das Problem.
Warum unregelmäßiges Essen deinen Körper stresst
Wenn du über Stunden nichts isst, passiert Folgendes:
• Der Blutzucker sinkt.
• Der Körper schaltet auf Energiesparen.
• Stresshormone steigen.
• Heißhunger wird unausweichlich.
Nicht, weil du etwas falsch machst, sondern weil dein Körper Alarm schlägt.
Er versucht, dich zu schützen, wenn du dich selbst übergehst und keine regelmäßigen Mahlzeiten einplanst.
Unregelmäßig essen ist kein Zeichen von Stärke – sondern ein Zeichen von Überforderung
Es bedeutet oft:
• Du funktionierst mehr, als du fühlst.
• Du bist im Außen statt bei dir.
• Du glaubst, „weniger essen“ sei eine Lösung.
• Du planst dein eigenes Essen nicht mit ein.
• Du unterschätzt, wie viel Struktur dein Körper braucht.
Essen wird so zu etwas, das „irgendwie mitläuft“. Und der Körper reagiert darauf mit dem, was er kann:
Er holt sich zurück, was ihm fehlt – oft am Abend, wenn du am wenigsten Kraft hast.
Regelmäßiges Essen ist ein Zeichen von Selbstachtung – kein Abnehmprogramm
Regelmäßig zu essen heißt nicht, dass du perfekt essen musst.
Es heißt nur: „Ich nehme mich wichtig genug, um mich zu versorgen.“
Regelmäßiges Essen gibt dir:
• Energie statt Erschöpfung
• Klarheit statt Cravings
• Stabilität statt Abendschublade
Es schafft Sicherheit. Und erst Sicherheit schafft Veränderung.
Ein kleiner Moment der Ehrlichkeit – und ein Weg zurück zu dir
Frag dich heute:
„Wann habe ich aufgehört, mich selbst mitzuplanen?“
Diese Frage ist keine Kritik. Sie ist ein Wegweiser – zurück zu dir und zu einer Ess-Struktur, die dich trägt.

07. November 2025
Warum Diäten nicht funktionieren – und warum du dadurch nicht abnimmst
VIELLEICHT HAST DU ES SCHON GESPÜRT
Diäten funktionieren nicht. Nicht auf Dauer.
Sie bringen dich nicht näher zu dir, sondern weiter weg.
Denn eine Diät beginnt mit der Botschaft: „So wie du bist, reicht nicht.“
Und von dort aus wird Essen zu Kontrolle, zu Kampf, zu Druck.
Du versuchst, weniger zu sein. Weniger Hunger. Weniger Genuss. Weniger du.
Doch dein Körper arbeitet nicht gegen dich.
Er schützt dich.
Wenn du zu wenig isst oder dich ständig „zusammenreißt“,
schaltet dein Körper auf Alarm.
Er senkt den Stoffwechsel, erhöht Stresshormone und hält Energie zurück.
Das ist kein „Versagen“.
Das ist Biologie.
Und Fürsorge – für dich.
Warum Diäten langfristig nicht funktionieren
Du scheiterst nicht an Diäten.
Diäten scheitern an dir.
Abnehmen beginnt nicht damit, etwas wegzulassen.
Sondern damit, zuzuhören:
Die wichtigen Fragen
Warum esse ich, wie ich esse?
Was brauche ich wirklich?
Welche Gefühle werden genährt – oder betäubt?
Gewicht ist nicht einfach „Gewicht“.
Es hat Geschichte. Schutz. Bedeutung.
Wenn du abnimmst, ohne das zu verstehen, verlierst du etwas, das dich gehalten hat.
Der Weg führt nicht über Kontrolle.
Sondern über Verbindung:
Mit Hunger. Mit Sättigung. Mit Grenzen. Mit dir.
Du musst nicht weniger essen.
Du darfst mehr du werden.
Reflexionsimpuls
Welche Situation brachte dich das letzte Mal dazu, zu essen – obwohl du keinen Hunger hattest?
Nicht bewerten.
Nur wahrnehmen.
Das ist der Anfang.
